| |
|
|
Altersvorsorge
Tipps für die Auswahl einer Zusatzrente
(privat oder betrieblich)
Wir zeigen Ihnen, wie Sie Schritt für Schritt zu einer Entscheidung kommen und ein für Sie passendes Produkt auswählen können. Die erste Stufe sollte sein, sich zu überlegen, ob und im welchem Umfang man private Altersvorsorge benötigt. In einem nächsten Schritt muss man sich darüber klar werden, ob die "Riester-Rente" sinnvoll für einen selbst ist. Wenn man zu dem Schluss kommt, dass die Riester-Rente in der eigenen Situation eine sinnvolle Altersvorsorge ist, sollte man sich auf der dritten Stufe die Produktarten genauer ansehen, und aufgrund der eigenen Lebenssituation entscheiden, welche Produktvariante in der gegenwärtigen Lebenssituation für einen am besten geeignet ist. Erst im letzten Schritt sollte man sich dann für einen Anbieter entscheiden, wenn man von der Qualität des Angebotes überzeugt ist.
Ist es sinnvoll für mich, Altersvorsorge zu betreiben?
Ob private Vorsorge überhaupt sinnvoll und nötig ist, hängt davon ab, zum einen davon ab wie viel Geld man im Alter benötigt. Dabei ist eine entscheidende Frage, ob man im Alter mietfrei wohnen wird. Zum anderen hängt es davon ab, welches private Vermögen und welche Ansprüche aus den staatlichen Systemen (gesetzliche Rentenversicherung, Grundrente, etc) man hat. Die Rentenversicherungsträger informieren in ihren örtlichen Vertretungen über diese Rentenansprüche. Daraus ergibt sich, ob eine "Rentenlücke" geschlossen werden soll.
Kommt die "Riester-Rente" für mich in Betracht?
Soll zusätzliche Altersvorsorge betrieben werden, ist zu klären, ob eine "Riester- Rente" in der eigenen Lebenslage möglich und sinnvoll ist. Es stellen sich die Fragen:
Werde ich "Riester"-gefördert?
Inzwischen werden neben den Pflichtversicherten z.B. auch Beamte gefördert. Trotzdem gibt es immer noch Personengruppen, die nicht über diesen Weg staatlich gefördert werden.
Verfüge ich über Rücklagen oder habe ich Schulden?
Man sollte über genügend Liquidität und anderes Vermögen verfügen, um nicht in Zukunft auf den Rückgriff und damit der "schädlichen Verwendung" der "Riester- Rente" angewiesen zu sein. Dazu gehört das Vorhandensein einer Rücklage für Notzeiten (Faustregel 3 Monatsgehälter) und keine Schulden, da die Kreditzinsen in der Regel höher sind, als die Rendite eines "Riester"-Produktes.
Wie viel Geld kann ich langfristig entbehren?
Danach sollte man sich überlegen, wie viel man zusätzlich langfristigen seinem Einkommen entbehren kann, unabhängig von den Förderungsmöglichkeiten und -höhen. Denn ansonsten steigt das Abbruchsrisiko enorm, so dass zum Verlust der staatlichen Subventionen auch noch der Verlust des eigenen eingesetzten Kapitals kommen kann.
Ist eine betriebliche Altersvorsorge möglich und besser?
Weiterhin sollte vorab geprüft werden, ob nicht eine betriebliche Altersvorsorge (ohne Förderung als "Riester-Rente") sinnvoller ist.
Ist es sinnvoll, mich aufgrund der staatlichen Förderung langfristig zu binden?
Erst wenn man danach zu dem Schluss gekommen ist, dass der Abschluss einer "Riester-Rente" sinnvoll erscheint, sollte man in einem nächsten Schritt überlegen, welche Produktgruppe für einen in Betracht kommt. Dann sollte man eine Berechnung mit den vorgeschlagenen Einzahlungen für die "Riester-Rente" in eine Alternativanlage mit vornehmen, und sich die Differenzen dazu ansehen. Das aufgrund der fehlenden Zulagen in der Regel geringere Vermögen vor Steuer sollte abgewogen werden mit der Freiheit, die man z.B. durch einen eigenen Investmentfonds oder Bundesschatzbriefe hat, dass man jederzeit über das Geld (ohne die gleichen staatlichen Abzüge) verfügen kann.
Welche Art von Vorsorgeprodukt ist in meiner Situation am besten?
Gerade bei der derzeitig bestehenden Unsicherheit sollte das Produkt geeignet sein, innerhalb der nächsten 5 Jahre ohne großen Renditeverlust wechseln zu können. Dafür eignen sich Sparverträge eher als Investmentfonds, bei denen das Risiko eines Kursverlustes in den nächsten fünf Jahren größer ist als auf die gesamte Laufzeit gesehen. Ein etwas geringeres Risiko bietet die Entscheidung für einen Rentenfonds, der allerdings auch Kursschwankungen nach unten, vor allem bei steigenden Zinsen unterliegt. Rentenversicherungen schlagen dagegen Sparverträge erst nach vielen Jahren.
Welcher Anbieter bietet mir ein gutes Vorsorgeprodukt an?
Wenn man sich für eine Produktgruppe entschieden hat, sollte man sich innerhalb dieser Produktgruppe die auf dem Markt befindlichen Produkte genauer ansehen. Neben Tests in Zeitschriften sollte dabei vor allem auf die flexible kostenfreie Handhabung geachtet werden, sei es bei den Einzahlungen (höhere aber auch geringere Zahlungen, Umstellung der Zahlungsweise). Aufgrund der großen Unsicherheiten und der unterschiedlichen Behandlung der Produkte in der Auszahlungsphase sind Produkte vorzuziehen, die eine Wahl zwischen Auszahlungsplan und Rentenversicherung bis kurz vor Ende der Ansparphase zulassen, am besten mit einer Wahlmöglichkeit, die auch den Anbieter mit umfaßt. Die Bruttorendite ist daneben natürlich ein entscheidendes Kriterium, in der sich auch hohe Kosten niederschlagen, aber nicht das einzige.
Mehr Informationen finden Sie im Vorsorgereport. |
|
|