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AltersvorsorgeVorsorgeverhalten und Kenntnisse der BürgerDie Untersuchung hat im Wesentlichen ergeben, dass in der deutschen Bevölkerung eine hohe Bereitschaft zur Risikovorsorge über Finanzdienstleistungen besteht. 98 Prozent haben solche Vorsorge getroffen. Die private Altersvorsorge ist in allen Einkommensschichten und Gruppen mit über 80 Prozent der Nennungen eines der wichtigsten Sparziele. Eine besondere Bedeutung spielt dabei die Immobilie als Mittel privater Altersvorsorge, die gerade in den Schichten, die aller Wahrscheinlichkeit hierzu keinen Zugang haben werden, als ideale Altersvorsorge angesehen und angestrebt wird. Besonders Familien mit Kindern ragen hier hervor, die überhaupt die Altersvorsorge über Wohneigentum der finanziellen Altersvorsorge weit vorziehen. Bei der tatsächlichen Ausstattung spielt die Riesterrente jedoch bisher nur eine geringe Rolle. Neun Prozent verfügen über ein entsprechendes Produkt obwohl die Hälfte aller Befragten glauben, dass sie daraus im Alter eine Rente beziehen werden. Dagegen zeigt sich in der Befragung die Dominanz der Pflichtaltersvorsorge, die nach dem Bewusstsein bei fast allen die Altersvorsorge tragen soll. Ebenso dazuzurechnen ist die betriebliche Altersvorsorge, die allerdings in den unteren Einkommensschichten relativ seltener anzutreffen ist. Sie spiegelt damit den Arbeitsmarkt auch in der Altersvorsorge wieder. Obwohl die private Altersvorsorge eine hohe Priorität hat, herrscht doch mehr Skepsis bei der Frage, ob sie tatsächlich in den nächsten Jahren ihre private Altersvorsorge erhöhen werden. Familien schließen dies in der Regel eher aus. Hier sind dann die Gründe des Alltags deutlicher. Bei vielen insbesondere wieder Alleinerziehenden aber auch Eltern mit kleinen Kindern ist kein Geld dafür übrig. Da die meisten Haushalte zusätzlich auch Kredite zu bedienen haben, geht für sie die Tilgung der Schulden dem Aufbau von parallelem Finanzvermögen vor. Sie schieben die private Altersvorsorge auf. Besonders deutlich wird dies in Problemhaushalten, wobei Kinder wieder eine entscheidende Rolle spielen. Eine interessante Beobachtung konnte am Rande gemacht werden: Mit steigendem Einkommen steigt die Anzahl der verschuldeten Haushalte, so dass neben dem bekannten Problem der &Üuml;berschuldung das Problem des mangelnden Zugangs zum Kredit auch in Deutschland an Bedeutung gewinnt. Nur 1/3 der unteren Einkommensgruppen aber über die Hälfte der oberen Einkommen fühlen sich im Alter ausreichend gesichert. Interessant ist jedoch, dass geringes Einkommen offensichtlich eher dazu verleitet, seine Rente zu hoch einzuschätzen, während hohes Einkommen eher den finanziellen Bedarf im Alter unterschätzt. Allerdings zeigt sich bei den höheren Einkommensschichten, dass sie in erheblichem Maße zusätzliches eigenes Einkommen aus Arbeit im Alter erwarten und ihre Ausgaben durch Immobilienbesitz geschont sehen. Dies fehlt in der unteren Hälfte der Bevölkerung. Das finanzielle Allgemeinwissen ist in der Bevölkerung noch wenig ausgeprägt. Umso problematischer die finanzielle Situation ist, desto geringer ist auch die Zeit, die Kenntnis und der Aufwand, der zur Analyse der eigenen Situation betrieben wird. Allerdings sind die Zahlen über die Förderungsmöglichkeit selbst nicht alarmierend. 20 Prozent wissen nicht, ob sie gefördert werden, was aber eher damit zusammenhängt, dass sie ein Sparen zurzeit nicht in Erwägung ziehen. Bei 20 Prozent könnten Fehlvorstellungen darüber vorliegen, dass sie förderungswürdig sind. Die staatliche Förderung ist aber bei den meisten ein wichtiger Motivationsanreiz zur privaten Altersvorsorge. 80 Prozent geben dies als Sparmotiv an. Versucht man eine vorläufige Schlussfolgerung so ist die Gruppe der Eltern mit Kindern ob allein oder gemeinsam erziehend eine wichtige Problemgruppe. Für sie sollten die Angebote gezielter, flexibler und angepasster als bisher entwickelt werden. Dabei wird man an der Einbeziehung der Immobilie in die private Altersvorsorge nicht vorbeikommen. Die Immobilie schafft ein Sicherheitsbewusstsein gerade für Familien für das Alter, ist ein ausgeprägter Wunsch für die Altersvorsorge und würde als sichtbarer Vorteil schon während der Erziehungszeit die Motivation zur privaten Altersvorsorge in dieser Gruppe erheblich erhöhen. Die große Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit in der privaten Altersvorsorge auch im Bewusstsein der Menschen selber hat ihre Ursachen in objektiven Liquiditätsproblemen aber auch subjektiv in Problemen der eigenen Spardisziplin sowie der Beschäftigung mit der privaten Altersvorsorge. Alles deutet daraufhin, dass in der &Üuml;bergangszeit, in der auch in Deutschland die Idee einer privaten Altersvorsorge sich etablieren muss, neue Wege zwischen dem alten und dem neuen System gefunden werden müssen. Dabei zeigt die hohe Zustimmung zum Sparzwang auch in der privaten Altersvorsorge, dass hier neu nachgedacht werden muss. Viele Bürger würden einen geringen "Zwang zum eigenen Glück" begrüßen, wobei die betriebliche Altersvorsorge und ihr hoher Verbreitungsgrad auch deutlich machen, dass es dabei auch Gruppenzwang gibt, der nicht unbedingt gesetzlich fixiert ist sondern durch die Art der Verwaltung und Zahlung bedingt ist. Die Ergebnisse lassen auch &Üuml;berlegungen zu, ein allgemeines Standardprodukt zu fordern, dass alle Finanzdienstleister, deren Produkte gefördert werden sollen, im Angebot haben sollten, damit die Verunsicherung im Anlagemarkt sich nicht auch negativ auf die Altersvorsorge auswirken kann. Soziologisch sollte man sich mit Familien mit Kindern beschäftigen, betriebswirtschaftlich mit der Flexibilisierung der Produkte und rechtlich mit einer Förderung, die sich an bestehenden Förderbedingungen etwa beim Bausparen oder im Wohnungskredit anschließt. Erfolgreich wird das ganze System aber erst werden, wenn alle Formen der Altersvorsorge wie insbesondere die Vorsorge durch Wohneigentum stärker mit der finanziellen Altersvorsorge verknüpft wird. Die detaillierten Ergebnisse der empirischen Untersuchung finden Sie im Vorsorgereport |
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Erzeugt: 08.06.03. Letzte Änderung: 08.06.03. Information zum Urheberrecht der angezeigten Inhalte kann beim Institut für Finanzdienstleistungen erfragt werden. Aus fehlenden Angaben kann kein Recht zur freien Nutzung der Inhalte abgeleitet werden. |
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